Bitcoin stürzt unter 70.000 US-Dollar: 1 Mrd. Dollar liquidiert
Die Kryptomärkte erleben eine heftige Korrektur. Bitcoin fällt erstmals seit Oktober wieder in den 60.000er-Bereich, während institutionelle Zuflüsse versiegen und MicroStrategy massive Buchverluste einfährt.
Datum
6. Februar 2026

Bitcoin verliert die psychologisch wichtige 70.000-Dollar-Marke und fällt auf den tiefsten Stand seit Oktober. Die Korrektur löste über eine Milliarde Dollar an Liquidierungen aus und lässt die Stimmung auf „extreme Angst“ sinken. Institutionelle Zuflüsse sind negativ, und selbst große Halter wie MicroStrategy sitzen auf Milliardenverlusten.
Die Bitcoin-Rally ist abrupt ins Stocken geraten. Der Preis der größten Kryptowährung ist unter die psychologisch kritische Schwelle von 70.000 US-Dollar gefallen und hat damit alle Gewinne seit dem Rekordhoch von Ende 2021 ausgelöscht. Analysten sehen Raum für weitere Verluste, wobei einige sogar einen Test der 60.000-Dollar-Marke für möglich halten, sollte die Abwärtsbewegung anhalten.
Massive Liquidierungen und „extreme Angst“
Bitcoin erreichte ein Tief von rund 66.800 US-Dollar, was den ersten Absturz in den 60.000er-Bereich seit Oktober 2024 markiert. Die Stimmung an den Märkten ist entsprechend eingetrübt: Der Crypto Fear & Greed Index steht bei nur noch 11 Punkten – ein Niveau, das in der Vergangenheit selten erreicht wurde und für „extreme Angst“ steht.
Die heftige Volatilität hat zu einem Blutbad bei gehebelten Positionen geführt. Innerhalb von 24 Stunden wurden laut CoinGlass-Daten über 1,05 Milliarden US-Dollar an Krypto-Positionen liquidiert. Den Löwenanteil davon machte Bitcoin mit etwa 522 Millionen Dollar aus.
Die Gesamtmarktkapitalisierung aller Kryptowährungen ist um 6,3 % auf 2,38 Billionen Dollar gesunken – ein deutlicher Kontrast zum Allzeithoch von über 4,2 Billionen Dollar im September des letzten Jahres.
Institutionelle Nachfrage bricht ein
Ein wesentlicher Treiber der bisherigen Rally scheint zu versiegen: Die institutionelle Nachfrage. Die Netto-Zuflüsse in die Spot-Bitcoin-ETFs und andere staatliche Holdings sind ins Negative gekippt. Laut Daten von SoSoValue zogen Anleger allein am Mittwoch 545 Millionen Dollar aus BTC-Fonds ab, sodass die wöchentlichen Gesamtzuflüsse nun mit 255 Millionen Dollar im Minus stehen.
Dieser Trend beraubt den Markt eines wichtigen Preistreibers und unterstreicht die aktuelle Risikoaversion institutioneller Investoren.
MicroStrategys Milliarden-Verlust und Veteranenhaltung
Die Talfahrt setzt auch prominente Unternehmenshalter unter Druck. MicroStrategy, der weltweit größte öffentlich gehandelte Bitcoin-Schatzmeister, hält aktuell 713.502 BTC zu einem durchschnittlichen Kaufpreis von 76.052 Dollar. Bei einem aktuellen Kurs um 67.800 Dollar bedeutet das einen nicht realisierten Verlust von schwindelerregenden 6,5 Milliarden Dollar für das Unternehmen.
Trotz der dramatischen Kursbewegungen bleiben einige Branchenveteranen gelassen. Der langjährige Bitcoin-Maximalist Samson Mow kommentierte auf X: „Dieser Rücksetzer fühlt sich schrecklich an, nicht wegen des Ausmaßes, sondern weil er unfair ist. Alles steigt, aber wir bewegen uns seitwärts. KI-Blase? Wir fallen. Metalle crashen? Wir fallen auch.“
Doch er gibt sich zuversichtlich: „Die absolute Knappheit ist jedoch real und wird an eine Grenze stoßen. Wir können nicht für immer nach unten gedrückt werden.“ Seine Aussage spiegelt die unerschütterliche Überzeugung vieler Bitcoin-Anhänger wider, dass die fundamentale Wertthese der digitalen Knappheit langfristig über kurzfristige Marktturbulenzen siegen wird.
Die kommenden Tage werden zeigen, ob sich die Käufer bei diesen niedrigeren Kursen zurückmelden oder ob die Bären weiter die Kontrolle über den Markt behalten.