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Bitcoin-Rally: Experten warnen vor "Dead Cat Bounce" nach

Bitcoin ist nach dem Absturz auf 62.800 Dollar um 12% erholt. Doch Analysten sehen in dem Aufschwung vor allem eine technische Erholung durch Short-Covering, keine nachhaltige Trendwende.

Datum

10. Februar 2026

Bitcoin-Rally: Experten warnen vor "Dead Cat Bounce" nach

Key Takeaways:

  • Bitcoin (BTC) ist nach dem Tief von 62.822 US-Dollar am Freitag um 12% auf rund 71.000 US-Dollar gestiegen.
  • Der Aufschwung fällt mit einem starken Anstieg des Coinbase Premium Index um 70% zusammen, was auf wiederkehrendes US-Investoreninteresse hindeutet.
  • Experten sehen in der Rally jedoch einen klassischen "Dead Cat Bounce", der primär durch Short-Covering und einen Short Squeeze getrieben wird, nicht durch nachhaltige Nachfrage.
  • Die langfristige Trendrichtung bleibt von makroökonomischen Daten und struktureller Nachfrage abhängig.

Nach dem heftigen Verkauf der vergangenen Woche hat sich der Kryptomarkt etwas stabilisiert. Die führende Kryptowährung Bitcoin verzeichnet einen zweistelligen Aufschwung, doch Analysten mahnen zur Vorsicht: Der Rally könnte die Luft schnell ausgehen.

Eine technische Erholung, keine Trendwende

Der Anstieg von über 12% vom Freitagstief fällt mit einer deutlichen Verbesserung der Stimmung unter US-Investoren zusammen. Der Coinbase Premium Index, der die Preisdifferenz zwischen Coinbase und Binance misst, ist um über 70% gestiegen. Ein steigender Premium deutet typischerweise auf verstärkte Käufe von institutionellen oder US-Investoren hin.

Doch ein Blick hinter die Kulissen offenbart ein anderes Bild. Laut Daten von Velo ist der Anstieg vor allem auf rückläufiges Open Interest bei gleichzeitig positivem Cumulative Volume Delta zurückzuführen. Diese Kombination ist ein klassisches Zeichen dafür, dass Händler vor allem ihre Short-Positionen schließen.

„Dieser Aufschwung ist größtenteils Short-Covering und ein Short Squeeze nach der Kapitulationswelle“, erklärt Andri Fauzan Adziima, Research Lead bei Bitrue, gegenüber Decrypt. „Es sind Entlastungsmechanismen, keine frische Nachfrage.“

Ein Short Squeeze tritt auf, wenn Händler, die auf fallende Kurse gewettet haben, ihre Positionen mit Verlust glattstellen müssen, was den Aufwärtstrend zusätzlich befeuert.

Experten bleiben skeptisch

Die vorherrschende Meinung unter Experten ist, dass es sich bei der aktuellen Erholung um einen textbook dead cat bounce handelt – einen kurzen, technisch getriebenen Aufschwung nach einem heftigen Absturz.

  • Ryan Yoon, Senior Analyst bei Tiger Research, führt die Rally auf einen extrem niedrigen Fear & Greed Index von 5 zurück, der eine überverkaufte Marktlage signalisierte.
  • Andri Fauzan Adziima von Bitrue betont, dass der Coinbase Premium Index trotz Verbesserung weiterhin negativ sei und makroökonomische Gegenwinde anhalten.
  • Jeff Mei, COO von BTSE, sieht den Absturz als notwendige Deleveraging-Phase, die überhöhte Positionen bereinigt habe.

Die makroökonomischen Rahmenbedingungen haben sich leicht entspannt, nachdem die asiatischen Aktienmärkte – angeführt vom japanischen Nikkei 225 mit einem Plus von 5% – nach der klaren Wiederwahl von Premierministerin Sanae Takaichi gestiegen sind. Dies milderte den regionalen Risikoaversion-Druck etwas ab.

Was kommt als Nächstes für Bitcoin?

Die kurzfristige Richtung wird von technischen Faktoren bestimmt, doch die langfristige Trajektorie bleibt an die breiteren Makrotrends geknüpft. Experten nennen mehrere Schlüsselfaktoren für eine nachhaltige Trendwende:

  • Strukturelle Nachfrage: Ryan Yoon fordert „robuste, strukturelle Nachfrage“, wie etwa die Aufnahme von Bitcoin in die strategischen Reserven von Nationalstaaten als legitime Gold-Alternative.
  • Makro-Daten: Jeff Mei von BTSE verweist auf anstehende US-Konjunkturdaten. Sollten diese ein Wachstum der Wirtschaft und sinkende Arbeitslosigkeit sowie Inflation zeigen, könnte die Erholung der Kryptopreise anhalten.
  • Regulatorischer Fortschritt: Nick Ruck, Director von LVRG Research, bleibt optimistisch, da die institutionelle Adoption voranschreitet und globale Regulierer freundlichere Politiken für Real-World Assets (RWA) und Stablecoins ermöglichen.

Die unmittelbaren Risiken, wie die jüngsten Tech-Gewinnwarnungen, die den Absturz mitverursacht haben, sind aus dem Weg geräumt. Die Bühne ist damit für die nächsten makroökonomischen Signale bereit. Bis dahin bleibt die aktuelle Bitcoin-Rally für viele Beobachter ein fragiles Konstrukt aus geschlossenen Short-Positionen – und noch kein Beweis für eine echte, nachhaltige Bullenphase.

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