Bitcoin-Miner als AI-Geheimtipps: Morgan Stanley sieht 150%+
Die Investmentbank sieht in TeraWulf und Cipher Mining nicht die Krypto-Play, sondern die nächsten großen AI-Datenzentren. Die Umstellung birgt aber auch erhebliche Risiken.
Datum
13. Februar 2026
Key Takeaways:
- Morgan Stanley sieht in den Bitcoin-Minern TeraWulf und Cipher Mining ein Upside-Potenzial von 159% bzw. 158%.
- Der Grund ist nicht Krypto, sondern die Umwandlung in AI-Datenzentren.
- Die Bank begründet dies mit einer anhaltenden Knappheit an Rechenleistung für KI.
- Ausführungsrisiken und ein möglicher Rückgang der AI-Ausgaben stellen die größten Gefahren dar.
Vom Miner zum KI-Enabler: Eine strategische Neuausrichtung
Die Analysten von Morgan Stanley haben ein ungewöhnlich bullisches Szenario für zwei Unternehmen aus der Bitcoin-Mining-Branche gezeichnet. Doch der Treiber für die optimistischen Kursziele von fast 160% liegt nicht in einer erwarteten Bitcoin-Rallye, sondern in der fundamentalen Neuausrichtung der Firmen.
TeraWulf und Cipher Mining positionieren sich zunehmend als kritische Infrastrukturanbieter für den KI-Boom. Ihre bestehenden Assets – vor allem Zugang zu günstigem und zuverlässigem Strom sowie Erfahrung im Betrieb großer Rechenzentren – werden zum wertvollen Gut in einem Markt, der nach mehr KI-Rechenleistung lechzt.
„In unserer Sicht hat das Unternehmen einen gangbaren Weg zu einem signifikanten jährlichen Wachstum bei Strom- und Rechenzentrumskapazitäten“, so das Analystenteam um Stephen C. Byrd zu TeraWulf.
Warum gerade Bitcoin-Miner? Die fünf Argumente der Bank
Morgan Stanley führt mehrere Gründe an, warum gerade diese Unternehmen profitieren könnten:
- Die Fähigkeiten von KI werden weiter exponentiell zunehmen.
- Es liegt noch viel Wertschöpfungspotenzial für KI-Enabler und -Anwender auf dem Tisch.
- Die Nachfrage nach KI-Rechenleistung wird das Angebot voraussichtlich übersteigen.
- Dieses Ungleichgewicht sollte Engpässe bei der Stromversorgung lindern.
- Genau diese aktuellen Engpässe machen umgerüstete Miner zu den „attraktivsten“ Optionen für Datenzentrumsentwickler.
Die Zahlen sprechen für sich: Der geschaffene Eigenkapitalwert pro Watt für solche Unternehmen stieg von Juni bis Dezember 2025 von etwa 7 auf 18 US-Dollar – ein klares Signal für die starke Nachfrage nach Stromkapazitäten.
Zwei Unternehmen, ein strategischer Weg
TeraWulf punktet laut der Analyse mit einer signifikanten Historie im Aufbau von Strominfrastruktur und einer nachgewiesenen Erfolgsbilanz bei mehreren Umwandlungsprojekten von Bitcoin- zu Datenzentrumsbetrieb.
Cipher Mining hat hingegen bereits langfristige Verträge mit den Tech-Giganten abgeschlossen. Während das Unternehmen im zweiten Quartal 2025 noch keine AI-Hosting-Verträge hatte, sicherte es sich inzwischen 10- und 15-Jahres-Deals mit Google und Amazon. Zudem verfügt Cipher über ein Team mit umfangreicher Erfahrung im Bau von Rechenzentren.
Die Kehrseite der Medaille: Nicht unerhebliche Risiken
Trotz des rosigen Ausblicks warnt Morgan Stanley deutlich vor den damit verbundenen Gefahren. Die größten Risiken sind:
- Ausführungsrisiko: Die Datenzentrumsprojekte sind im Verhältnis zur Gesamtgröße der Bitcoin-Unternehmen sehr groß. Verzögerungen und Kostenüberschreitungen könnten zu unerwarteter Kapitalverwässerung und Finanzierungsproblemen führen.
- AI-Ausgabenrisiko: Ein Rückgang der Investitionen in KI-Infrastruktur durch die großen Cloud-Anbieter (Hyperscaler) wäre der „größte einzelne Risikofaktor“. Zwar deuten aktuelle Updates der Tech-Konzerne auf steigende statt sinkende Ausgaben hin, eine plötzliche Kehrtwende ist dennoch möglich.
Die Analysten betonen, dass die Branche für KI-Infrastruktur nach wie vor unterversorgt mit Strom sei. Sollten sich die Rahmenbedingungen jedoch ändern, könnte der erwartete Wachstumspfad schnell ins Wanken geraten. Für Investoren bedeutet dies: Das Potenzial ist enorm, der Weg dorthin jedoch mit Unsicherheiten gepflastert.