Bitcoin-Preis fällt, während verlorene Coins zurückkehren
Eine neue On-Chain-Analyse zeigt einen Rückgang der 'Lost Coins'. Experten sehen darin einen strukturellen Wandel, der durch die 100.000-Dollar-Marke ausgelöst wurde.
Datum
31. Januar 2026

Key Takeaways:
- Der Bitcoin-Preis testet die 83.000-Dollar-Marke bei erhöhter Volatilität.
- Die Menge der als dauerhaft verloren geltenden Bitcoins (Lost Coins) nimmt spürbar ab.
- On-Chain-Experten führen dies auf strukturelle Veränderungen nach dem Erreichen der 100.000-Dollar-Schwelle zurück.
- Große Investoren bauen derweil vorsichtige Long-Positionen auf, während Hebel-Spekulanten liquidiert wurden.
Preisrückgang und ein verschwindendes Angebot
Während der Bitcoin-Preis mit erhöhter Volatilität kämpft und sich erneut der 83.000-Dollar-Marke nähert, vollzieht sich im Hintergrund ein bedeutender Wandel. Laut einer Analyse von Joao Wedson, Gründer der On-Chain-Datenplattform Alphractal, geht die Menge der sogenannten Lost Coins zurück.
Diese Entwicklung deutet darauf hin, dass viele Coins, die bisher als dauerhaft unerreichbar galten, nun reaktiviert werden. Das hat direkte Auswirkungen:
- Das vermeintlich feststehende, nicht zirkulierende Angebot schrumpft.
- Die tatsächlich nutzbare Menge an BTC im Netzwerk erhöht sich leicht.
- Langfristige Knappheitsannahmen in Preismodellen müssen möglicherweise angepasst werden.
„Dieser Rückgang ist kein Zufall“, so Wedson. Während viele Analysten dies allein den Bitcoin-ETFs zuschreiben, liege der wahre Auslöser woanders.
Die 100.000-Dollar-Marke als Katalysator
Laut Wedson war der Durchbruch der lang erwarteten 100.000-Dollar-Marke der eigentliche Game-Changer. Bei diesem Preisniveau verändern sich alle wirtschaftlichen Anreize grundlegend.
Was genau passiert?
- Alte Bestände werden mobil: BTC, die seit Jahren in Cold Wallets von Börsen lagen, werden aufgrund von Custody-Umstrukturierungen und Adressen-Migrationen bewegt.
- OG Whales verteilen: Langfristige Halter und große Investoren gehen in eine Verteilungsphase über und verkaufen aktiv – ein klassisches Verhalten in Marktzyklen, kein Zeichen für einen Kollaps.
- Verlorenes wird gesucht: Privatpersonen und Unternehmen unternehmen ernsthafte Anstrengungen, Coins aus alten Backups, vergessenen Festplatten oder Nachlässen wiederzuerlangen.
Einfach ausgedrückt: BTC, die wirtschaftlich „tot“ waren, kehren ins Leben zurück, weil sie schlichtweg zu wertvoll geworden sind, um ignoriert zu werden.
Wie reagieren die Investoren?
Trotz der volatilen Lage zeigen die Daten ein differenziertes Bild des Marktverhaltens.
Die großen Spieler agieren bedacht:
- Marktexperten beobachten, dass große Halter (Whales) weiterhin vorsichtige, niedrig gehebelte Long-Positionen aufbauen.
- Dies deutet auf wachsendes Vertrauen in den Markt hin, ohne exzessive Risiken einzugehen.
Die Hebel-Spekulanten sind raus:
- Im Gegensatz dazu wurden die hoch gehebelten Long-Positionen von Retail-Investoren größtenteils liquidiert.
- Ein Großteil dieser spekulativen Anleger verlor ihr Geld, noch bevor der jüngste Aufschwung richtig begann.
Fazit: Ein struktureller Wandel im Gange
Die Analyse von Wedson bringt es auf den Punkt: Weder die ETFs noch der Preis von 100.000 Dollar haben neue Coins geschaffen. Stattdessen haben sie ein altes, schlafendes Angebot geweckt. Der Rückgang der Lost Coins ist ein starkes Signal für einen reifenden Markt, in dem jeder Satoshi einen so hohen Wert hat, dass sich die Suche danach lohnt.
Während der Kurs kurzfristig schwankt, deuten diese On-Chain-Verschiebungen auf tiefgreifendere, langfristige Veränderungen in der Bitcoin-Ökonomie hin. Die Beobachtung, wie sich dieses reaktivierte Angebot in den kommenden Wochen und Monaten auf das Marktgleichgewicht auswirkt, wird für Investoren entscheidend sein.