Bitcoin stürzt auf Sechsmonatstief – 13 Prozent Minus in einer
Der Kurs der Kryptowährung fiel zwischenzeitlich auf 61.322 US-Dollar. Auslöser war ein Verkauf von Strategy Inc., der das Vertrauen der Anleger erschütterte.
Veröffentlicht
5. Juni 2026
Es war der tiefste Stand seit Anfang Februar: Der Bitcoin-Kurs rauschte am Donnerstag auf 61.322 US-Dollar nach unten – ein Minus von bis zu 5,5 Prozent innerhalb weniger Stunden. Zwar erholte sich die älteste Kryptowährung leicht auf rund 63.710 Dollar, doch der Wochensaldo bleibt bitter: 13 Prozent Verlust in sieben Tagen.
Ein Verkauf erschüttert das Mantra „Hodl“
Auslöser der Verkaufswelle war ein einzelner, aber folgenschwerer Schritt. Strategy Inc., die als einer der größten institutionellen Bitcoin-Halter gilt, veräußerte Token im Wert von rund 2,5 Millionen Dollar – der erste Verkauf seit Ende 2022. Für viele Anleger ein Tabubruch.
„Strategy hat sein Versprechen ‚Never sell‘ gebrochen. Das hat das Vertrauen des Marktes untergraben“,
sagte Josh Du, Investmentchef bei Animoca Brands, gegenüber Bloomberg. Die Nachricht verbreitete sich rasant und setzte eine Kettenreaktion in Gang.
Rekordabflüsse aus US-Bitcoin-ETFs
Die Nervosität der Anleger spiegelt sich auch in den Daten der US-Bitcoin-ETFs wider: Laut Bloomberg zogen Anleger in den letzten 13 Handelstagen fast 4,4 Milliarden US-Dollar ab – eine Rekordserie. „Bitcoin hat derzeit eine Unterstützung um die 63.000 Dollar. Die Trader beobachten die Lage genau“, kommentierte Daniel Loh, Investmentchef von Ericsenz Capital.
Analysten erinnern daran, dass der Bitcoin seit seinem Allzeithoch von über 126.000 Dollar im Oktober 2025 bereits mehr als die Hälfte seines Wertes eingebüßt hat. Die Anfälligkeit für makroökonomische Risiken bleibt hoch.
Nahost-Konflikt als zusätzlicher Belastungsfaktor
Ein Ende der Talfahrt ist nicht in Sicht. Die anhaltenden Spannungen im Nahen Osten, insbesondere die stockenden Verhandlungen zwischen den USA und Iran über eine vorläufige Friedensvereinbarung, belasten die Risikostimmung an den globalen Märkten. Neue Angriffe auf beiden Seiten verschärfen die Lage.
Jacek Jurczyński, Vorstandschef des Devisendienstleisters Akcenta, warnt vor einem Dominoeffekt: „Die aktuelle Ausverkaufswelle bei Kryptowährungen zeigt, wie schnell sich Stimmungen drehen können. Das kann auf den Devisenmarkt übergreifen und letztlich auch die Preise für Energie und Rohstoffe beeinflussen.“
Für Anleger in Deutschland bleibt der steuerliche Aspekt relevant: Wer Bitcoin innerhalb der einjährigen Haltefrist verkauft, muss Gewinne gemäß § 22 EStG als privates Veräußerungsgeschäft versteuern. Die aktuelle Volatilität könnte hier unerwartete Steuerereignisse auslösen.