Bitcoin-Kurs unter Druck: Bärisches Signal und schwache Nachfrage
Der Composite Trend Signal von Bitcoin zeigt wieder „hoch bärisch“ an. Ein Kopf-Schulter-Muster und schwache Spot-Volumen belasten – die Marke von 75.000 Dollar wird zum Prüfstein.
Veröffentlicht
30. Mai 2026

Bitcoin steht erneut unter Druck. Der Composite Trend Signal des Vermögenswerts ist nach einer scharfen dreiwöchigen Korrektur von den Mai-Hochs um 82.500 Dollar wieder in die Zone „hoch bärisch“ zurückgekehrt. Das meldet der Researcher Axel Adler Jr. Derzeit notiert die Kryptowährung knapp über der Unterstützungszone von 74.500 Dollar, die mit der unteren Grenze des 21-Tage-Donchian-Kanals zusammenfällt.
Ein klassisches Verkaufsignal formiert sich
Die wiederholten Fehlschläge, die Marke von 80.000 bis 81.000 Dollar zu überwinden, haben auf dem Tageschart ein Kopf-Schulter-Muster entstehen lassen. Die jüngste niedrigere Spitze bei rund 78.000 Dollar bildet dabei die rechte Schulter. Ein Tages-RSI unter 50 verstärkt die bärische Tendenz und zeigt die begrenzte Stärke der jüngsten Erholungsversuche an.
Am 18. Mai transferierten Miner rund 21.000 BTC an die Börse Binance – der zweitgrößte derartige Transfer in diesem Jahr, nur übertroffen von den 23.150 BTC am 5. Februar. Analyst Amr Taha wies darauf hin, dass große Miner-Einzahlungen an Börsen in der Regel auf bevorstehende Verkäufe hindeuten, da die Miner ihre Bestände zur Deckung der Betriebskosten liquidieren.
Nachfrage bleibt schwach
Trotz des sprunghaften Anstiegs des Angebots an der Börse blieb die Preisreaktion vergleichsweise verhalten. Die gesamten BTC-Reserven von Binance stiegen von rund 618.600 am 6. Mai auf fast 634.000 am 26. Mai, ohne dass ein aggressiver Ausverkauf folgte. Das größere Problem liegt jedoch woanders: Glassnode-Daten zeigen, dass das Spot-Volumen-Delta nach der Abweisung von Bitcoin nahe der 82.000 Dollar wieder in den Netto-Verkaufsbereich abgerutscht ist. Ohne eine Rückkehr der Spot-Kaufnachfrage droht der Markt, in die zähen, von Verkäufern dominierten Bedingungen zurückzufallen, die die Kurse bereits zu Jahresbeginn begrenzt haben.
Das realisierte Gewinn/Verlust-Verhältnis liegt derzeit bei 1,56 – deutlich unter dem Bereich von zwei bis fünf, der mit stärkeren Bullenmarkt-Bedingungen verbunden ist. Dieser Wert deutet auf eine bestenfalls moderate Kaufüberzeugung während der jüngsten Preiserholung hin.
75.000 Dollar als entscheidende Marke
Die Zone zwischen 74.500 und 75.000 Dollar wird nun in mehreren analytischen Rahmenwerken genau beobachtet. Adler identifiziert 74.500 Dollar als kritische Unterstützung, während die technische Analyse denselben Bereich als die Nackenlinie des übergeordneten Chartmusters betrachtet. Ein bestätigter Bruch unter dieses Niveau würde den Weg zur nächsten bedeutenden Unterstützung bei rund 70.400 Dollar freimachen. Vorerst hält der Markt zwar noch, aber das Gleichgewicht aus Angebot, schwacher Nachfrage und einem sich verschlechternden Momentum setzt diesen Haltepunkt ernsthaft unter Druck.
Für Anleger hierzulande bleibt die steuerliche Einordnung dieser Entwicklung relevant: Ein Unterschreiten der 75.000-Dollar-Marke könnte zu einer Verkaufswelle führen, die kurzfristig gehaltene Bitcoin in Deutschland steuerpflichtig macht.