Bitcoin-Konsolidierung täuscht: Whale-Aktivität deutet auf
Eine neue Analyse von CryptoQuant zeigt, dass trotz scheinbarer Stabilität die großen Investoren vermehrt BTC an Börsen deponieren. Gleichzeitig sinkt die Kaufkraft.
Datum
23. Februar 2026

Key Takeaways:
- Der Bitcoin-Kurs konsolidiert unterhalb von 70.000 USD, nachdem er im Februar ein Tief bei 61.000 USD markierte.
- On-Chain-Daten von CryptoQuant zeigen: Der Whale-Ratio für Börseneinzahlungen ist auf den höchsten Stand seit 2015 gestiegen.
- Gleichzeitig fließen Stablecoins von den Börsen ab, was auf schwindende Kaufkraft ("Dry Powder") hindeutet.
- Die Kombination aus Whale-Verkaufsdruck und sinkender Liquidität erhöht das Risiko für weitere Abwärtsvolatilität.
Die Ruhe vor dem Sturm? Bitcoin in der Konsolidierungsfalle
Der Bitcoin-Kurs bewegt sich seit Wochen in einer engen Spanne und verharrt aktuell knapp unter der wichtigen psychologischen Marke von 70.000 US-Dollar. Diese scheinbare Stabilität täuscht jedoch. Nach einem frischen Jahrestief bei etwa 61.000 USD zu Beginn des Februars hat sich der Markt zwar beruhigt, doch unter der Oberfläche brodelt es.
Eine aktuelle Marktanalyse des On-Chain-Analyseunternehmens CryptoQuant legt nahe, dass die strukturellen Risiken für weitere Kursrücksetzer keineswegs gebannt sind. Im Zentrum der Beobachtung stehen dabei die großen Investoren, die sogenannten Whales.
Whales am Steuer: Verkaufssignale erreichen historisches Niveau
Laut CryptoQuant hat sich der akute Verkaufspanik, der Anfang Februar zu Spitzen bei den Börseneinzahlungen führte, zwar normalisiert. Ein alarmierender Trend bleibt jedoch bestehen: Der Anteil der großen Investoren an diesen Einzahlungen ist massiv gestiegen.
- Der BTC Exchange Whale Ratio kletterte auf 0,64 – den höchsten Wert seit dem Jahr 2015.
- Dies bedeutet, dass Whale-Einzahlungen einen überproportional großen Teil der gesamten Börsendepots ausmachen.
- Auch die durchschnittliche Größe der BTC-Depots erreichte ein Niveau, das zuletzt mitten im Bärenmarkt von 2022 zu sehen war.
Diese Daten deuten stark darauf hin, dass institutionelle oder große private Investoren hinter dem steigenden Angebot an Börsen stehen. Ihr Verhalten war im letzten Bullrun treibend für den Aufwärtstrend – nun könnten sie den Abwärtsdruck verstärken.
Drei alarmierende Trends für die Marktstruktur
Die Analyse von CryptoQuant identifiziert nicht nur das Whale-Problem, sondern zwei weitere kritische Faktoren, die die aktuelle Marktlage belasten:
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Abwanderung aus Altcoins: Der Druck auf den Altcoin-Markt bleibt hoch. Die durchschnittliche tägliche Anzahl von Altcoin-Börseneinzahlungen ist von 40.000 im vierten Quartal 2025 auf 49.000 in 2026 gestiegen. Dies signalisiert eine anhaltende Kapitalrotation aus risikoreicheren Assets und geschwächtes Marktvertrauen.
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Schwindende Kaufkraft ("Dry Powder"): Stabilecoins wie USDT fließen kontinuierlich von den Kryptobörsen ab. Die Nettozuflüsse von USDT an Börsen sind von einem Jahreshöchststand von 616 Millionen USD im November 2025 auf nur noch 27 Millionen USD gefallen und waren zeitweise sogar negativ.
- Das bedeutet: Das verfügbare Kapital für neue Käufe – die sogenannte "Dry Powder" – nimmt spürbar ab. Ohne diese Liquidität fehlt dem Markt ein wichtiger Puffer gegen Verkaufswellen.
Fazit: Strukturelles Risiko für weitere Volatilität
Die Kombination aus diesen drei Faktoren – erhöhter Verkaufsdruck durch große Halter, anhaltende Distribution bei Altcoins und schwindende Stablecoin-Liquidität an Börsen – zeichnet ein Bild eines anfälligen Marktes.
Während der Bitcoin-Preis kurzfristig bei etwa 67.580 USD stabil erscheint, deuten die On-Chain-Fundamente darauf hin, dass die Struktur für weitere Abwärtsvolatilität anfällig bleibt. Die Whales, die den letzten Bullrun befeuerten, könnten nun den Ton für die nächste Phase vorgeben. Anleger sollten die Entwicklung des Whale-Ratios und der Stablecoin-Flüsse im Auge behalten, da sie frühe Warnsignale für größere Marktbewegungen liefern können.