Bitcoin-Kollaps in 7-11 Jahren? Experte warnt vor Sicherheitskrise
Justin Bons, Gründer von CyberCapital, sieht das Ende von Bitcoin durch sinkende Blockrewards und eine unbezahlbare Sicherheit heraufziehen. Seine Analyse stellt das fundamentale Halving-Modell in Frage.
Datum
19. Januar 2026

Key Takeaways:
- Justin Bons, CIO von CyberCapital, sagt einen Bitcoin-Kollaps innerhalb von 7 bis 11 Jahren voraus.
- Die Ursache sei das fundamentale Sicherheits-Dilemma: Sinkende Blockrewards machen das Netzwerk langfristig angreifbar.
- Die wirtschaftliche Sicherheit des Netzwerks sei heute schon niedriger als vor Jahren, trotz steigendem Hashrate.
- Als Ausweg bleiben laut Bons nur zwei undenkbare Szenarien: Eine Inflationsrate über 0% oder exorbitant hohe Transaktionsgebühren.
Das fundamentale Sicherheits-Dilemma
Justin Bons, ein respektierter Veteran der Krypto-Branche, hat eine düstere Prognose für Bitcoin abgegeben. Seiner Analyse zufolge steuert das Netzwerk aufgrund seines eigenen Anreizsystems auf einen kompletten Kollaps zu. Der Kern des Problems liegt im Halving-Mechanismus, der die Belohnung für Miner alle vier Jahre halbiert.
Bons argumentiert, dass Bitcoin damit auf ein unausweichliches Problem zusteuert: Irgendwann sind die Blockrewards so niedrig, dass sie die Miner nicht mehr für ihren Sicherheitsbeitrag (die Rechenleistung) entschädigen können. Die Folge wäre ein massiver Rückgang der Hashrate und ein drastisch geschwächtes Netzwerk.
„Die Sicherheit kann nur aufrechterhalten werden, wenn entweder die Transaktionsgebühren so hoch werden, dass Nutzer das Netzwerk verlassen, oder der Bitcoin-Preis sich alle vier Jahre verdoppelt – ein Tempo, das schnell die Größe der globalen Wirtschaft übersteigen würde.“
Warum steigende Hashrate trügerisch ist
Viele Bitcoin-Befürworter verweisen auf die stetig steigende Hashrate als Beweis für wachsende Sicherheit. Bons entkräftet dieses Argument. Seiner Meinung nach kann die Hashrate auch dann steigen, wenn die reale, wirtschaftliche Sicherheit schwindet.
- Grund sind Fortschritte in der Mining-Hardware, die die Kosten pro Hash senken.
- Entscheidend ist nicht die reine Rechenleistung, sondern der monetäre Wert, der für die Sicherheit ausgegeben wird.
- Dieser Wert – die Summe aus Blockrewards und Gebühren – stellt die Kosten dar, die ein Angreifer überwinden müsste.
Charts, die Bons präsentiert, zeigen einen klaren Trend: Der Sicherheitshaushalt von Bitcoin, gemessen als Prozentsatz der Marktkapitalisierung, sinkt seit Jahren kontinuierlich.
Der Countdown: Zwei bis drei Halvings
Bons‘ konkrete Zeitschiene von 7 bis 11 Jahren leitet sich direkt vom Halving-Zyklus ab. Seiner Prognose nach könnte die Netzwerksicherheit nach den nächsten zwei bis drei Halvings (also etwa 2028-2036) so stark erodiert sein, dass ein Angriff wirtschaftlich sinnvoll wird.
In diesem Szenario könnten die potenziellen Gewinne aus einem erfolgreichen 51%-Angriff die Kosten übersteigen. Ein realistisches Ziel für Angreifer wären Double-Spend-Angriffe auf Krypto-Börsen:
- Ein Angreifer mit 51% der Rechenleistung deponiert Bitcoin auf einer Börse.
- Er tauscht sie gegen eine andere Asset (z.B. Ethereum) und zieht diese ab.
- Anschließend „rollt“ er die Blockchain durch einen Fork zurück und behält die ursprünglichen Bitcoins.
Gibt es einen Ausweg?
Laut Bons steht Bitcoin vor einer ultimativen Zerreißprobe. Um die Miner-Anreize langfristig aufrechtzuerhalten, blieben nur zwei radikale – und für die Community wohl inakzeptable – Lösungen:
- Die 21-Millionen-Obergrenze aufheben: Eine Inflation einführen, um die Miner weiter zu belohnen. Dies würde das fundamentale Versprechen von Bitcoin brechen und höchstwahrscheinlich zu einer Abspaltung (Chain Split) führen.
- Das Risiko akzeptieren: Das Ökosystem müsste sich mit der permanenten Gefahr von Double-Spend-Angriffen abfinden, was Vertrauen und Nutzbarkeit zerstören würde.
Die Analyse von Justin Bons stellt keine kurzfristige Handelsprognose dar, sondern eine fundamentale Kritik am langfristigen ökonomischen Design des Bitcoin-Protokolls. Sie zwingt die Community, sich einer unbequemen Frage zu stellen: Ist das derzeitige Modell wirklich für die Ewigkeit gemacht, oder braucht es eine grundlegende Anpassung, bevor es zu spät ist?