Bitcoin-ETFs: Beste Woche seit sechs Monaten – 2,09 Milliarden
US-Spot-Bitcoin-ETFs verzeichnen den stärksten Anstieg seit dem Oktober-Crash. Analysten sehen wieder aufkeimende institutionelle Nachfrage – doch BTC kämpft weiter mit einem entscheidenden Widerstand.
Veröffentlicht
26. April 2026

US-Spot-Bitcoin-ETFs haben ihre beste Performance seit dem Oktober-Crash hingelegt. Seit dem 14. April flossen netto rund 2,09 Milliarden US-Dollar in die Produkte – eine Serie von acht aufeinanderfolgenden Tagen mit positiven Nettozuflüssen. Allein am Donnerstag kamen 223,2 Millionen Dollar hinzu, wie Daten von SoSoValue zeigen.
Damit übertreffen die BTC-ETFs den bisherigen Jahreshöchstwert vom März. Im laufenden April stehen die Zuflüsse bei 2,43 Milliarden Dollar – und der Monat hat noch vier Handelstage. Bloomberg-Senior-ETF-Analyst Erich Balchunas kommentierte auf X, die Flüsse seien „zurück im Luxusleben“. Jeder von ihm verfolgte rollierende Zeitraum sei nun positiv – das habe es seit Monaten nicht gegeben. Allerdings brauche es noch „ein paar Milliarden mehr“, um bei den kumulierten Nettozuflüssen von 58,33 Milliarden Dollar Neuland zu betreten.
Institutionelle Nachfrage kehrt zurück
Marktbeobachter Sjuul von AltCryptoGems sieht darin ein Zeichen für wieder aufkeimende institutionelle Nachfrage. Die ETFs stünden kurz davor, ihren zweiten grünen Monat im Jahr 2026 zu schließen – die erste Zweimonatsserie seit Oktober 2025. Rückenwind kommt von der allgemeinen Markterholung: Bitcoin notiert am Freitag bei rund 79.000 Dollar und damit immerhin vier Prozent über dem Jahrestief von Mitte April.
Doch der Schein trügt. Der Kryptomarkt bleibt zweigeteilt: Während die ETF-Zuflüsse ein klares Kaufsignal von Großanlegern senden, kämpft der Bitcoin-Kurs weiter mit einem entscheidenden technischen Widerstand.
BTC scheitert an der 21-Wochen-EMA
Die 21-Wochen-EMA (Exponential Moving Average) bei rund 78.000 Dollar hat sich in den vergangenen Tagen als harte Grenze erwiesen. Analyst Rekt Capital betont, dass BTC auf Wochenbasis weiterhin unter dieser Linie schließt. Erst ein Wochenschlusskurs oberhalb der EMA würde die Chance auf eine nachhaltige Erholung eröffnen. „In Bärenmärkten fungiert diese Linie typischerweise als Widerstand“, warnt Rekt Capital.
Gelingt der Durchbruch nicht, droht eine erneute Testphase des kürzlich durchbrochenen Double-Bottom-Patterns. Der Analyst hatte zuvor einen Ausbruch aus dieser Formation identifiziert, der rechnerisch eine Bewegung in Richtung 81.000 bis 82.500 Dollar ermöglicht hätte. Nun könne der Ausbruch jedoch scheitern – die ehemalige Formation würde dann zur erneuten Unterstützungszone mutieren.
Verschärfend kommt hinzu: BTC notiert weiterhin unterhalb der Basis des makroskopischen Dreiecks, aus dem der Kurs Ende Januar nach unten ausgebrochen war. Historisch, so Rekt Capital, habe Bitcoin in Bärenmärkten ein solches Dreieck nie wieder nach oben durchbrochen. Sollte sich dieses Muster wiederholen, drohe lediglich ein kurzer Anstieg bis zur Dreiecksbasis – gefolgt von einer Fortsetzung der Korrektur Richtung Marktboden.
DACH-Relevanz: Steuerliche Fristen im Blick
Für Anleger in Deutschland bleibt die Entwicklung der Bitcoin-ETFs auch aus steuerlicher Perspektive interessant. Da die Produkte in den USA aufgelegt sind, greifen andere Regeln als bei heimischen Krypto-ETPs. Wichtig: Die einjährige Haltefrist für Kryptowährungen gilt für direkt gehaltene Coins – nicht unbedingt für US-ETF-Anteile, die als Investmentfonds besteuert werden können. Anleger sollten die steuerliche Einordnung ihrer Depotbank prüfen.
Klar ist: Die institutionelle Nachfrage über ETF-Zuflüsse zeigt, dass Großanleger die aktuelle Preisschwäche als Einstiegschance betrachten. Ob Bitcoin die entscheidende Widerstandsmarke überwinden kann, entscheidet sich in den kommenden Wochen. Für den Moment bleibt der Markt gespalten zwischen bullischen ETF-Zahlen und einem bärischen Chartbild.