Bitcoin erholt sich nach Wochenend-Crash – Gold floriert
Geopolitische Spannungen und ein schwacher Dollar treiben Anleger in sichere Häfen. Bitcoin kämpft als digitale Alternative zu Gold, während die US-Notenbankentscheidung am Mittwoch abgewartet wird.
Datum
27. Januar 2026

Bitcoin erholt sich leicht nach einem Absturz auf ein Jahrestief von etwa 86.000 US-Dollar. Der Grund: Globale Unsicherheit treibt Kapital in traditionelle sichere Häfen wie Gold, während Krypto-ETFs massive Abflüsse verzeichnen. Die Märkte blicken nun gespannt auf die Fed-Entscheidung am Mittwoch.
Nach einem heftigen Wochenend-Rutscher zeigt sich Bitcoin zu Wochenbeginn leicht erholt, bleibt aber auf wackeligen Füßen. Die größte Kryptowährung war am Sonntag um bis zu 3,5 Prozent auf ein Tief für das Jahr 2026 von knapp über 86.000 US-Dollar gefallen, bevor sie einen Teil der Verluste wieder ausglich.
Am Montagmorgen (New Yorker Zeit) notierte BTC bei etwa 87.883 Dollar, ein Plus von rund 1,6 Prozent in 24 Stunden. Ether (ETH) stürzte zeitweise sogar um bis zu 5,7 Prozent ab und näherte sich seinem niedrigsten Stand seit Mitte Dezember.
Geopolitische Ängste treiben Anleger zu Gold
Der Auslöser für die Verkäufe ist klar: Globale politische Unsicherheiten veranlassen Investoren, sich von Risikoassets zu trennen und in klassische sichere Häfen zu flüchten.
- Der US-Dollar fiel auf ein Vier-Monats-Tief.
- Gold stieg erstmals über die magische Marke von 5.000 US-Dollar pro Unze.
„Trotz der konstruktiveren Ausgangslage kämpft BTC immer noch gegen ein Makroumfeld, das Gold und andere Rohstoffe begünstigt“, kommentiert Martin Gaspar, Senior Crypto Market Analyst bei FalconX.
Diese Dynamik stellt die oft zitierte Narrative von Bitcoin als „digitalem Gold“ auf die Probe. Länder wie El Salvador und Venezuela horten zwar große Bestände, doch in akuten Krisenzeiten scheinen viele institutionelle und private Anleger noch immer dem physischen Edelmetall den Vorzug zu geben.
Massive Abflüsse aus Bitcoin-ETFs
Die Risikoaversion spiegelt sich auch in den Daten der US-amerikanischen Bitcoin-ETFs wider. Nach Angaben von Bloomberg verzeichneten diese Fonds in der vergangenen Woche fünf aufeinanderfolgende Tage mit Abflüssen.
Die Summe von 1,7 Milliarden US-Dollar löschte die Zuflüsse der vier vorangegangenen Tage fast vollständig aus. Dies signalisiert eine kurzfristige Gewinnmitnahme oder Umschichtung seitens institutioneller Investoren.
Ein perfekter Sturm aus Unsicherheiten
Laut Tony Sycamore, Analyst bei IG Australia, lastet ein ganzer Strauß an Sorgen auf der Marktstimmung:
- Die Drohung von Ex-Präsident Donald Trump mit 100% Zöllen auf kanadische Importe.
- Berichte über eine große US-Kriegsflotte auf dem Weg in Richtung Iran.
- Steigende Wahrscheinlichkeit für einen erneuten US-Regierungs-Shutdown.
Hinzu kommen Spekulationen über eine japanische Intervention zur Stützung des schwachen Yen und Nachrichten über die größte Militärsäuberung in China seit einem halben Jahrhundert.
Alles Augenmerk auf die US-Notenbank Fed
In dieser angespannten Lage richtet sich der Blick nun auf die US-Notenbank. Am Mittwoch steht die Zinsentscheidung der Fed samt Pressekonferenz an.
„Bei der noch immer über dem Ziel liegenden und nicht sinkenden Inflation in den USA wird erwartet, dass die Fed die Zinsen auf dem aktuellen Niveau hält“, sagt Simon Peters, Krypto-Analyst bei eToro. „Händler und Investoren werden aber nach neuen Hinweisen suchen, ob die Fed einen Rückgang der Inflation und potenzielle Zinssenkungen noch in diesem Jahr sieht.“
Eine hawkische (zinsharte) Haltung der Fed könnte den Druck auf risikobehaftete Assets wie Kryptowährungen weiter erhöhen. Die kommenden Tage werden zeigen, ob Bitcoin seine Rolle als unkorrelierter Vermögenswert in turbulenten Zeiten behaupten kann – oder ob Gold vorerst der klare Gewinner der Krise bleibt.