Bitcoin-Dip-Käufe stabilisieren bei 70.000 US-Dollar – Volumen
Neue Long-Positionen im Bereich von 73.000 bis 74.000 US-Dollar deuten auf Bodenbildung hin, doch die ETF-Abflüsse belasten weiter. Ein Test der Marke von 70.000 US-Dollar bleibt möglich.
Veröffentlicht
1. Juni 2026

Bitcoin notiert nach dem jüngsten Rückgang auf 72.500 US-Dollar in einer entscheidenden Zone. Die Verkaufswelle der vergangenen Wochen – ausgelöst durch erneute massive ETF-Abflüsse – hat den Kurs in Richtung der 70.000-US-Dollar-Marke gedrückt, einem Niveau, das bereits im Februar bis April als hartnäckige Widerstands- und Unterstützungszone diente. Nun zeichnet sich ein Muster ab: Käufer springen ein, aber ihnen fehlt die Durchschlagskraft.
ETF-Abflüsse belasten weiter
Allein in der vergangenen Woche verzeichneten die US-Spot-Bitcoin-ETFs Nettoabflüsse von 1,42 Milliarden US-Dollar – nach bereits 1,26 Milliarden in der Vorwoche. Das ist der stärkste Zweiwochenabfluss seit Bestehen der Produkte. Die Verkaufsdynamik ist so ausgeprägt, dass sie auch die Futures-Märkte erfasst: Immer wieder kommt es zu Liquidierungen von Long-Positionen, sobald der Kurs unter die Marke von 75.000 US-Dollar fällt.
Doch die Daten von CryptoQuant zeigen gleichzeitig, dass mit den ETF-Abflüssen auch Bitcoin-Zuflüsse auf die Börse Coinbase korrespondieren – ein klassisches Muster institutioneller Verkäufe. Die Spot-CVD (Cumulative Volume Delta) liegt dennoch im negativen Bereich, was bedeutet: Die Verkaufsseite dominiert bislang.
Longs im Bereich 73.000 bis 74.000 US-Dollar
Ein Blick auf die Open-Interest-Hitzekarte von Hyblock offenbart ein interessantes Detail. Im gelben Band zwischen 73.000 und 74.000 US-Dollar konzentrieren sich knapp 300 Millionen US-Dollar an offenen Positionen. Dort haben Trader offenbar neue gehebelte Longs eröffnet – ein klares Signal, dass viele Marktteilnehmer das aktuelle Niveau als günstig bewerten. Auch der Bid-Ask-Ratio-Indikator (10-Prozent-Orderbuchtiefe) ist wieder positiv, was auf eine zunehmende Nachfrage im Orderbuch hindeutet.
„Die aktuellen Longs im Perpetual-Markt und die Spot-Käufe reichen nicht nachhaltig aus, um den Abwärtstrend umzukehren, aber sie helfen dabei, das Verkaufsvolumen zu absorbieren und eine Bodenbildung unter Bitcoin zu etablieren“, fasst die Analyse zusammen.
Was fehlt für die Trendwende?
Damit Bitcoin wieder nachhaltig steigen kann, bedarf es aus Sicht der Analysten neuer narrativer Impulse. Dazu zählen etwa:
- ein Fortschritt bei den Friedensverhandlungen zwischen den USA und dem Iran
- positive Spot-ETF-Zuflüsse
- fallende Rohölpreise
- eine mögliche Ankündigung des Weißen Hauses zu neuen Zugängen zur strategischen Bitcoin-Reserve
Bis dahin bleibt der Markt anfällig für weitere Rücksetzer – auch wenn die 70.000-US-Dollar-Marke zunächst hält. Für Anleger hierzulande bleibt die steuerliche Einordnung dieser Entwicklung relevant: Wer in Deutschland Bitcoin unterhalb der einjährigen Haltefrist verkauft, muss Kursgewinne als privates Veräußerungsgeschäft versteuern. Ob die aktuelle Volatilität zu steuerpflichtigen Realisierungen führt, hängt maßgeblich vom individuellen Timing ab.