Bitcoin stürzt unter 67.000 US-Dollar: Trump-Rallye komplett
Der Kryptomarkt erlebt einen massiven Ausverkauf. Bitcoin hat fast die Hälfte seines Wertes verloren und steht nun niedriger als nach der Wiederwahl Donald Trumps. Auch verwandte Aktien und Meme-Coins stürzen ab.
Datum
7. Februar 2026

Key Takeaways:
- Bitcoin fiel um 11% auf ca. 67.000 US-Dollar und steht damit niedriger als nach der Wiederwahl Donald Trumps 2024.
- Der ursprüngliche Krypto-König hat fast 50% seines Wertes seit seinem Allzeithoch im Oktober verloren.
- Der Ausverkauf erfasst breit den Sektor: Von Krypto-Brokeraktien wie Coinbase bis zu Trump-bezogenen Meme-Coins.
- Gescheiterte regulatorische Hoffnungen und Kapitalabflüsse aus Bitcoin-ETFs treiben die Verkäufe an.
Ein historischer Rücksetzer für die digitale Leitwährung
Der Preis von Bitcoin setzte seinen monatelangen Abwärtstrend am Donnerstag ungebremst fort und verlor weitere 11%. Bei rund 67.000 US-Dollar notiert die ursprüngliche Kryptowährung damit auf einem Niveau, das niedriger ist als unmittelbar nach der Wiederwahl von Präsident Donald Trump im November 2024. Die damals einsetzende Rallye, befeuert von der Hoffnung auf ein kryptofreundlicheres Washington, ist damit komplett ausgelöscht.
Seit dem Allzeithoch von über 126.000 US-Dollar am 6. Oktober hat Bitcoin fast die Hälfte seines Wertes eingebüßt. Der Verkaufsdruck scheint eine Mischung aus verschiedenen Faktoren zu sein:
- Eine allgemeine Flucht aus spekulativen Vermögenswerten wie Gold, Silber und digitalen Währungen.
- Anhaltende Unsicherheiten bezüglich der regulatorischen Zukunft für Kryptowährungen in den USA.
Gescheiterte Hoffnungen: Die regulatorische Blockade
Trotz Trumps verbaler Unterstützung für die Krypto-Branche seit seiner Wahl kommt die konkrete Gesetzgebung nicht voran. Diese Woche lud das Weiße Haus zwar Banken und Kryptounternehmen zu einem Gespräch über die Regulierung von Stablecoins ein. Doch die Fronten sind verhärtet.
Die Krypto-Industrie möchte Kunden für die Hinterlegung ihrer Einlagen in Krypto oder Stablecoins bezahlen können – ein Schritt, auf den die etablierte Bankenbranche absolut nicht einsteigen will. Sie fürchtet massive Kapitalabflüsse aus dem traditionellen Finanzsystem. Derzeit sieht es so aus, als ob der entsprechende Gesetzentwurf im Kongress nicht weiterkommen wird.
Kapital fließt ab: Bitcoin-ETFs und Aktien unter Druck
Ein beliebter Investmentkanal für Bitcoin sind spot bitcoin ETFs. Diese börsengehandelten Fonds erlauben Anlegern eine Beteiligung, ohne die Kryptowährung direkt zu halten. Den Daten von Morningstar Direct zufolge zogen Investoren von November bis Januar etwa 5,7 Milliarden US-Dollar aus diesen ETFs ab – ein klares Zeichen schwindenden Vertrauens.
Der Rutsch erfasst auch die Aktien von Unternehmen, die vom Krypto-Ökosystem leben:
- Coinbase Global fiel um 9,1%.
- Die Handelsplattform Robinhood Markets verlor 8,1%.
- Der Bitcoin-Miner Riot Platforms brach um 10% ein.
Trump-Verknüpfungen: Von Strategy bis zu Meme-Coins
Besonders hart traf es Unternehmen, die Bitcoin als Kernstrategie verfolgen. Strategy, das größte der sogenannten Krypto-Treasury-Unternehmen (ehemals MicroStrategy), stürzte um 13% ab. Das Unternehmen hält laut Website 713.502 Bitcoin zu einem durchschnittlichen Kaufpreis von über 76.000 US-Dollar. Bei aktuellen Kursen liegt es damit „unter Wasser“ – der Marktwert der Bestände liegt unter den Anschaffungskosten.
Auch direkt mit der Trump-Familie verbundene Ventures leiden:
- American Bitcoin, an dem Trumps Söhne Eric und Donald Jr. beteiligt sind, fiel 6,6% und ist seit Oktober um über 80% im Minus.
- Der Token World Liberty Financial ($WLFI) verlor etwa die Hälfte seines Marktwertes seit Mitte September.
- Der Meme-Coin $TRUMP notiert bei läppischen 3,93 US-Dollar – nur noch ein Bruchteil seines Preises von 45 US-Dollar kurz vor der Amtseinführung im Januar.
Die Botschaft des Marktes ist klar: Die anfängliche Euphorie über einen politischen Kurswechsel ist der nüchternen Realität von regulatorischer Unsicherheit und massiven Kapitalabflüssen gewichen. Der Kryptowinter scheint zurückgekehrt zu sein.