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Bitcoin kämpft mit Break-Even-Wänden: Warum der Abwärtstrend

On-Chain-Daten zeigen: Kurzfristige Halter sind im Minus und verkaufen bei jedem Aufschwung. Selbst Long-Term-Holder zeigen erste Stresssignale, während Whales weiter kaufen.

Datum

19. Februar 2026

Bitcoin kämpft mit Break-Even-Wänden: Warum der Abwärtstrend

Key Takeaways:

  • Bitcoin notiert rund 46% unter seinem Allzeithoch von Oktober 2025.
  • Die Realisierten-Preis-Bänder kurzfristiger Halter (Short-Term Holders) wirken als Verkaufsdecke („Break-Even-Wall“).
  • Long-Term-Holder zeigen erstmals seit 2023 Stress, indem sie Verluste realisieren.
  • Trotzdem kaufen Whales und institutionelle Akteure wie Strategy (MicroStrategy) weiter fleißig Bitcoin.
  • Die nächste Kursrichtung hängt davon ab, ob Bitcoin die Kostengrenze der STHs überwinden kann.

Der unsichtbare Widerstand: Warum jeder Aufschwung erstickt wird

Bitcoins anhaltende Kursschwäche wird weniger von klassischen „schlechten Nachrichten“ getrieben, sondern mehr von Marktmechaniken. Diese können einen Abwärtstrend am Leben erhalten, selbst wenn der Verkaufsdruck oberflächlich nachlässt.

Der Preis liegt derzeit bei etwa 67.470 US-Dollar – ein Rückgang von rund 46% vom Rekordhoch bei 126.000 US-Dollar im Oktober 2025. Laut Glassnode durchläuft der Markt eine dreistufige Bereinigung, die zuletzt in einen entscheidenden Bruch unter die 60.000-Dollar-Marke mündete.

Das Problem: Ein großer Teil der jüngsten Käufer steht „unter Wasser“. Ihre Break-Even-Preise – die Kostenbasis, zu der sie gekauft haben – wirken nun wie eine unsichtbare Decke. Sobald der Kurs sich dieser Grenze nähert, verkaufen viele, um ohne Verlust auszusteigen. In einem Markt, der auf Hebelwirkung und Momentum basiert, kann diese psychologische Barriere genauso viel wiegen wie eine makroökonomische Schlagzeile.

Kurzfristige Halter unter Druck: Die „Break-Even-Wall“

Daten von CryptoQuant bestätigen dieses Bild. Die Realisierten-Preis-Bänder nach UTXO-Alter zeigen, dass Bitcoins Preis unter die durchschnittlichen Kaufpreise der Kurzzeithalter (Short-Term Holders, STHs) gefallen ist.

  • Einfach gesagt: Viele Teilnehmer, die in den letzten Monaten gekauft haben, sitzen auf Verlusten.
  • Folge: Diese Halter sind reaktiv geworden. Sie verkaufen beim ersten Anzeichen von Stärke, um ihre Verluste zu begrenzen.
  • Effekt: Jeder Aufwärtstrend wird sofort mit Verkaufsorders überzogen, was den Markt selbst an guten Tagen „schwer“ wirken lässt.

Glassnode beschreibt denselben Effekt und stellt fest, dass die Profitabilität der STHs „negativ bleibt“. Ihre Fähigkeit, weitere Volatilität auszuhalten, ist geschwächt.

Alarmglocken bei den Long-Term-Holdern?

Besorgniserregender ist, dass sich der Stress nun auch bei den Long-Term-Holdern (LTHs) abzeichnet – der Kohorte, die normalerweise als stabilisierende Basis des Marktes gilt.

Ein Schlüsselindikator ist der Long-Term Holder SOPR (Spent Output Profit Ratio). Er misst, ob ältere Coins (meist >155 Tage gehalten) mit Gewinn oder Verlust verkauft werden.

  • Aktueller Stand: Der LTH-SOPR ist mit 0,88 in den negativen Bereich gefallen – ein Wert, der seit dem Ende des Bärenmarktes 2023 nicht mehr gesehen wurde.
  • Interpretation: Im Durchschnitt realisieren langfristige Halter nun Verluste, wenn sie verkaufen. Das deutet auf einen allmählichen Aufbau finanziellen Drucks in dieser kernigen Gruppe hin.

Zudem haben LTHs ihre Einzahlungen auf Binance in den letzten Wochen erhöht. Binance ist eine der liquidesten Börsen, auf die große Spieler typischerweise zugreifen, wenn sie Verkaufsoptionen in Betracht ziehen oder ihre Positionen umschichten wollen. Diese gestiegenen Zuflüsse können als Intensivierung des Verkaufsdrucks interpretiert werden.

Wichtig: Dies ist keine klassische „Kapitulations“-Flagge. LTHs sind keine homogene Masse, und Coins können aus vielen Gründen bewegt werden. Dennoch verändert die Realisierung von Verlusten aus älteren Beständen den Charakter einer Korrektur.

Die andere Seite der Medaille: Whales kaufen weiter

Trotz der düsteren Signale ist die Kaufaktivität nicht verschwunden. Der Markt ist gespalten:

  • Institutionelle und große Akteure kaufen: Strategy (ehemals MicroStrategy) meldete den Kauf von weiteren 2.486 BTC und hält nun über 717.000 Bitcoin. Dies repräsentiert Spot-Käufe von sichtbaren institutionellen Haltern, die eine fundamentale Nachfrage schaffen.
  • Whales akkumulieren: Laut CryptoQuant ist der von Walen gehaltene BTC-Bestand im letzten Monat um 200.000 BTC auf über 3,1 Millionen BTC gestiegen. Eine ähnlich große Akkumulationswelle gab es zuletzt während der Korrektur im April 2025, die der Rallye auf 126.000 US-Dollar vorausging.

Gleichzeitig kühlt die kurzfristige Nachfrage jedoch ab. Daten von Alphractal zeigen, dass Short-Term Holder zwar noch netto kaufen, aber ihr Netto-Positionswechsel über 90 Tage rapide abnimmt. Sie werden weniger aggressiv – ein Dynamik, die oft Konsolidierung oder erhöhte Volatilität vorausgeht.

Was kommt als Nächstes? Zwei Szenarien für Bitcoin

Zusammengefasst steckt Bitcoin in einer Zwickmühle zwischen einer Break-Even-Wand oben und einer strukturellen Kostenuntergrenze unten. Die nächste größere Bewegung hängt weniger von einem einzelnen großen Kauf ab, sondern davon, ob sich das Verhalten der Marktteilnehmer ändert.

Szenario 1: Stabilisierung und Basenbildung

  • Voraussetzung: Bitcoin muss die Realisierten-Preis-Bänder der Short-Term Holder zurückerobern und nachhaltig darüber handeln.
  • Effekt: Der Anreiz für unter Wasser stehende Verkäufer, in jeden Aufschwung zu verkaufen, würde schwinden. Der Markt könnte eine neue Basis aufbauen, bei der neue Käufe nicht sofort neuen Überhang erzeugen.

Szenario 2: Vertiefung der Korrektur

  • Voraussetzung: Der Kurs scheitert daran, die STH-Kostengrenze zu überwinden und der Stress bei den Long-Term-Holdern baut sich weiter auf.
  • Effekt: Der Verkaufsdruck würde sich selbst verstärken und könnte den Preis des größten Kryptowährung weiter nach unten treiben.

Die kommenden Wochen werden zeigen, welche der beiden marktinternen Kräfte – die akkumulierenden Whales oder der verkaufende Überhang – die Oberhand gewinnt.

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