Bitcoin-Block 666.666: Biblische Botschaft im Blockchain-Stein
Ein Miner hinterließ 2021 einen Bibelvers im Block mit der Nummer des Tieres. Die Kuriosität zeigt, wie Nutzer die Blockchain als unveränderliches Medium nutzen.
Veröffentlicht
7. April 2026

Die Bitcoin-Blockchain ist ein digitales Archiv voller Transaktionen – und gelegentlich auch persönlicher Botschaften. Ein besonders kurioses Artefakt ist der 666.666. Block, der am 18. Januar 2021 vom Mining-Pool BTC.com geschürft wurde. Neben der symbolträchtigen Nummer enthält er einen dauerhaft eingravierten Bibelvers: „Do not be overcome by evil but overcome evil with good“ (Römer 12,21).
Eine dauerhafte Inschrift im digitalen Stein
Die Zahl 666 ist in der christlichen Tradition als „Zahl des Tieres“ aus der Offenbarung des Johannes bekannt. Dass ausgerechnet dieser Block eine Aufforderung zur Überwindung des Bösen enthält, sorgte in sozialen Medien für Aufmerksamkeit. Die Nachricht wurde über die OP_Return-Funktion in die Transaktionsdaten eingebettet – eine Möglichkeit, kleine, unveränderliche Texte auf der Blockchain zu hinterlegen. Der unbekannte Absender soll dafür über das Fünffache der üblichen Transaktionsgebühren gezahlt haben, wobei die beteiligten Wallets Namen wie „God“ und „Bible“ trugen.
Die Botschaft ist bis heute über Blockchain-Explorer einsehbar und demonstriert, wie die Technologie nicht nur für Werttransfers, sondern auch als zeitkapselartiges Medium genutzt wird.
Kein Werk Satoshis, sondern anonyme Kunst
Mit der Verbreitung der Geschichte kamen Spekulationen auf, ob der pseudonyme Bitcoin-Erfinder Satoshi Nakamoto dahinterstecken könnte. Dies ist jedoch ausgeschlossen. Nakamoto zog sich bereits 2011 aus dem Projekt zurück, Jahre bevor dieser Block gemined wurde. Die Inschrift ist das Werk eines anonymen Bitcoin-Enthusiasten, der die Plattform mehr als ein Jahrzehnt nach Satoshis Verschwinden für seine Botschaft nutzte.
Die Kuriosität hat keinen Einfluss auf die Funktionalität oder Sicherheit des Netzwerks. Sie zeigt vielmehr die kulturelle Dimension der Blockchain: Einige Nutzer sehen in ihr ein unzensierbares Medium für Statements, Kunst oder, wie in diesem Fall, persönliche Glaubenszeugnisse.
Für Anleger hierzulande ist die Geschichte vor allem eine technische Anekdote. Relevant bleibt jedoch die steuerliche Behandlung solcher „Non-Financial“-Transaktionen, deren Gebühren dennoch als Veräußerungskosten berücksichtigt werden können.