Bitcoin unter 80.000 US-Dollar: Analyst rät trotz Bärenmarkt vom
Krypto-Analyst Gargoyle warnt: Ein massiver Volumenspike als Boden-Signal fehlt noch. Gleichzeitig belasten Inflation, Kriegsrisiken und mögliche Zinserhöhungen die Perspektive von Bitcoin.
Veröffentlicht
17. Mai 2026

Bitcoin hat die psychologisch wichtige Marke von 80.000 US-Dollar nach unten durchbrochen und notiert aktuell bei rund 79.000 US-Dollar. Das Minus der letzten 24 Stunden beträgt mehr als zwei Prozent. Für Anleger stellt sich die Frage, ob der Ausverkauf bereits einen Boden gefunden hat – oder ob noch tiefere Kurse drohen.
Volumen als Schlüsselindikator
Der Krypto-Analyst Gargoyle rät in dieser Phase zur Zurückhaltung. Auf der Plattform X empfiehlt er, Bitcoin nicht zu kaufen, bis ein klarer Volumenspike den Boden bestätigt. „Der Boden von BTC bildet sich, wenn massives Volumen auftaucht – und das ist noch nicht passiert“, so Gargoyle. Er verweist auf den vorherigen Zyklus 2022/2023, als erst eine Kapitulationsspitze mit extremem Handelsvolumen die Trendwende einleitete.
Bislang sei die Volatilität zwar spürbar, aber kein panikartiger Ausverkauf zu erkennen. „Der härteste Ausverkauf kommt immer dann, wenn der Einzelhändler denkt, es sei vorbei mit BTC“, warnt der Analyst. Erst dann würden Anleger massenhaft kapitulieren – und genau dieser Moment sei noch nicht gekommen.
Laut Gargoyles begleitendem Chart könnte Bitcoin bis auf rund 45.000 US-Dollar fallen, bevor der finale Boden erreicht ist. Einen solchen Tiefpunkt erwartet er zwischen jetzt und Anfang nächsten Jahres. Sollte es so weit kommen, könnte sich BTC von dort aus zu einem neuen Allzeithoch aufmachen.
Einige Marktbeobachter hatten nach der Erholung auf bis zu 83.000 US-Dollar in der Vorwoche bereits auf ein Ende der Baisse gehofft. Der erneute Rutsch unter 80.000 US-Dollar dürfte diese Hoffnungen jedoch vorerst dämpfen.
Makroökonomische Risiken belasten zusätzlich
Der Krypto-Analyst Colin warnt unterdessen, dass die aktuelle Erholung des Aktienmarktes das einzige sei, was Bitcoin derzeit noch über Wasser halte. Zwar sehe der S&P 500 kurzfristig bullish aus nach einem Ausbruch aus einer Megaphon-Formation. Langfristig jedoch trübe sich das Bild ein.
Sowohl der Verbraucherpreisindex (CPI) als auch der Erzeugerpreisindex (PPI) laufen heiß. Steigende Inflation wird durch den andauernden Konflikt zwischen den USA und dem Iran zusätzlich befeuert. Colin bewertet dieses Umfeld als ungünstig für einen von Bullen herbeigeredeten „Superzyklus“ von Bitcoin. Zudem preist der Markt zunehmend eine Zinserhöhung im laufenden Jahr ein – ein klassisch bärisches Signal für die riskante Anlageklasse.
Colins Prognose: Sollte der Aktienmarkt einen signifikanten Rücksetzer erleiden, dürfte Bitcoin massiv mit nach unten gezogen werden.
Wie geht es weiter?
Aus Sicht der Analysten steht Bitcoin vor einem entscheidenden Test. Fehlt der befürchtete Volumenspike, drohen weitere Verluste in Richtung 45.000 US-Dollar. Für Anleger hierzulande bleibt die steuerliche Einordnung dieser Entwicklung relevant: Wer in dieser Phase nachkauft, sollte die Haltefrist von einem Jahr für steuerfreie Gewinne nach § 23 EStG im Blick behalten. Der erneute Einbruch unter 80.000 US-Dollar zeigt einmal mehr, dass Geduld und klare Signale – nicht Emotionen – der Schlüssel zum richtigen Einstiegszeitpunkt sind.