Bitcoin-Akkumulation drückt Prognose auf 1,1 Prozent
Langzeitinvestoren haben zuletzt 303.000 BTC aufgenommen. Die Wahrscheinlichkeit eines Kursrutsches auf 60.000 Dollar im April sinkt – doch die Märkte bleiben illiquide.
Veröffentlicht
24. April 2026

Die Wahrscheinlichkeit, dass Bitcoin im April auf 60.000 Dollar fällt, ist auf dem Prognosemarkt Polymarket auf 1,1 Prozent gesunken – ein deutlicher Rückgang von sechs Prozent noch vor einer Woche. Grund ist eine massive Akkumulationswelle durch Langzeitinvestoren, die in den vergangenen 30 Tagen netto 303.000 Bitcoin aus dem Markt genommen haben.
Allein MicroStrategy, der bekannteste institutionelle Bitcoin-Käufer, erwarb in diesem Zeitraum 53.000 BTC. Hinzu kommen Bestände von Fonds und Privatanlegern, die auf eine langfristige Wertsteigerung setzen und ihre Coins nicht veräußern. Parallel dazu verkaufen Kurzzeitspekulanten – das Angebot wird absorbiert, bevor es auf den Markt drückt.
Illiquide Märkte, instabile Prognosen
Doch die scheinbare Beruhigung trügt. Das Handelsvolumen im relevanten Prognosekontrakt ist minimal: Im Tagesdurchschnitt werden nur USDC im Wert von rund 1.254 Dollar umgesetzt. Um die Wahrscheinlichkeit um fünf Prozentpunkte zu verschieben, genügen bereits 3.304 Dollar. Der bislang größte beobachtete Ausschlag lag bei einem Prozentpunkt.
Für Anleger bedeutet das: Die 1,1-Prozent-Marke ist kein verlässliches Signal. Ein einzelner größerer Trade könnte die Einschätzung binnen Minuten kippen lassen. Die aktuellen Wetten spiegeln nicht nur fundamentale Markterwartungen wider, sondern auch die strukturelle Schwäche eines noch jungen Prognosemarktes mit geringer Teilnehmerzahl.
Die Gegenrechnung: 90-fache Rendite für Pessimisten
Ein Kontrakt, der auf einen Kursrutsch unter 60.000 Dollar setzt, kostet derzeit 1,1 Cent. Sollte der Fall eintreten, zahlt er einen Dollar aus – eine 90-fache Rendite. Diese asymmetrische Chance lockt spekulative Käufer, doch die fundamentalen Argumente dagegen sind gewichtig: MicroStrategy kauft weiter, und die Nettoabflüsse von den Börsen deuten auf ein knapper werdendes Angebot hin.
Was das Blatt wenden könnte, sind Ankündigungen großer institutioneller Akteure wie BlackRock oder Fidelity, die einen Ausstieg signalisieren – oder geopolitische Schocks, die eine breite Flucht in Liquidität auslösen. Bislang ist beides nicht in Sicht.
Relevanz für Anleger im DACH-Raum
Für deutsche und österreichische Anleger bleibt die steuerliche Einordnung relevant. Bitcoin, der länger als ein Jahr gehalten wird, fällt unter die Haltefrist des § 23 EStG und ist dann steuerfrei veräußerbar. Ein kurzfristiger Kursrutsch auf 60.000 Dollar würde vor allem jene treffen, die innerhalb der Jahresfrist handeln. Die aktuellen Prognosen sprechen nicht für einen solchen Einbruch – doch das geringe Marktvolumen mahnt zur Vorsicht gegenüber vermeintlich klaren Kursaussichten.